Angela Ebmeyer

Orange light of dawn gilding the fog

Gewaltfreie Kommunikation – Meine erste Begegnung mit meiner jetzigen Weltanschauung

Wie alles begann

Ich habe innerhalb knappen 16 Monaten zwei Kinder bekommen und ein Jahr später fand ich mich in folgender Situation: Ich war in Elternzeit daheim mit zwei kleinen Kindern in einem sehr spannenden Alter, in dem Streitigkeiten um Spielsachen, um Aufmerksamkeit, Ausprobieren von „Grenzen“ zum Alltag gehören. Außerdem war gerade Corona-Lockdown, meine ganze Welt drehte sich also nur um diese zwei Kinder. Und ich las einiges über Erziehung, bedürfnisorientierte Erziehung, und ich verstand gut die Idee dahinter, scheiterte aber an der Umsetzung. Denn ich wollte weder laissez-faire noch autoritär sein, nur wie mache ich das?

Konsequent sein ohne Konsequenzen

Und da kam die Werbung bei Facebook: Kostenloses Webinar: „Konsequent sein ohne Konsequenzen“ Die Idee dahinter gefiel mir und ich meldete mich an. Kathi Weber, die das Webinar hielt, begeisterte mich mit ihrem Ansatz, dass die Eltern Klarheit brauchen, warum sie was wollen, und wie man das dann mit verschiedenen Strategien umsetzen kann. Das alles komplett ohne Belohnung und Bestrafung. Also buchte ich ihren Kurs: „Mit Kindern in Verbindung bleiben 2.0“. Und erst während des Kurses wurde mir nach und nach klar, dass das Gewaltfreie Kommunikation ist und von Marshall Rosenberg „erfunden“ wurde.

Was fasziniert mich an der Gewaltfreien Kommunikation?

Der Kurs hat mein Leben verändert. Zuerst bin ich in viel tiefere Verbindung zu mir selbst gekommen, dann zu meinem Mann und dann zu meinen Kindern. Ich war überglücklich, denn jetzt wusste ich, wie ich erziehen MÖCHTE. Auch wenn ich es noch nicht immer umsetzen konnte, zumindest hatte ich eine Theorie.

Und dazu kam das Menschenbild, die Grundhaltungen der GFK. Diese faszinieren mich bis heute am meisten. Sie lassen mich zu dem Menschen werden, der ich sein will: Wertschätzend, offen, verbindend und nicht trennend.

Ich war so begeistert und bin immer noch so begeistert von dieser Art zu leben, dass ich unbedingt diese „Lehre“ weitergeben möchte. Also habe ich ein Jahrestraining und die Trainerausbildung gemacht. Denn obwohl ich durch die Kinder dahin kam, sehe ich die Gewaltfreie Kommunikation als den Weg, um mit Menschen in Verbindung zu kommen, den Weg, mit dem ich allen Menschen in meinem Leben begegnen möchte. Und da geht es nicht immer um die vier Schritte, die habe ich, falls es schwieriger wird. Aber was ich immer in mir haben möchte, ist die Grundhaltung, meine innere Einstellung zu anderen.

Welche Rolle spielt die GFK in meinem jetzigen Leben?

Und nun bin ich im Jetzt angekommen. Im Moment möchte ich lernen, wie ich andere erreichen kann, um Interessierten meine Erfahrung und mein Wissen weiterzugeben. Im Moment bin ich wieder als Lehrerin in der Schule und versuche Möglichkeiten und Wege zu finden, die GFK dort im Alltag anzuwenden. Denn ich möchte mehr Verbindung mit den Schüler*innen, sie stärken und nicht fertig machen, und gleichzeitig ihnen Empathie und eine Gemeinschaft zeigen, die wertschätzend und offen für alle ist.

Wie geht es weiter?

Meine Herzensthemen sind so vielfältig wie das Leben, denn ich sehe in allen meinen Bereichen auch den Bedarf im Außen, sei es in der Elternschaft, in der Partnerschaft, im Umgang mit Kindern und Jugendlichen in einem Hobby oder als Lehrer*in an der Schule. Und da ich mich (noch) nicht entscheiden will, lasse ich mich jetzt von meinem Herzen in alle Bereiche treiben und schaue, wo es mich hinführt. Denn die GFK hat mein Leben verändert, verbessert, und diese Herzensenergie wird mich in die richtige Richtung führen, dessen bin ich mir sicher.

Vielen, vielen Dank, liebe Jutta, für diese spannende Idee der Blogparade. Es hat mir viel Freude gemacht, über meinen Weg und meinen Umgang mit der GFK nachzudenken und ihn zu teilen.

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